Haiku und Haibun – ein Workshop

Die nächsten Töster Kulturtage stehen vor der Tür und auch diesmal gibt es wieder einen Workshop auf der Basis des japanischen Haiku, eines dreizeiligen Silbengedichts in der Grundform von 5 – 7 – 5 Silben. Allerdings wird es diesmal hinführen zu einer Mischform von Prosa und Lyrik, die ihre Blüte durch den Haiku-Meister Basho erfahren hat. Wie immer in meinen Haiku-Workshops geht es dabei um die deutsche Anpassung dieser ursprünglich aus Japan stammenden Kunstform. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben, ich freue mich aber, wenn eine Spende an den Verein fließen sollte. Wegen der zur Verfügung zu stellenden Unterlagen ist eine Anmeldung Voraussetzung.

Im Haus der Begegnung, Poststraße 16 in 21255 Tostedt geht es um 19 Uhr am Freitag, den 16. September los.

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Flyer Rückseite

Canicule vorbei, deren Folgen nicht.

In Frankreich haben wir jetzt die Canicule kurz abgelöst bekommen durch Gewitter und viel Regen. Die Folgen sind jedoch langfristig. Die Preise ziehen an aufgrund von Ernteausfällen, Preise ziehen an, weil die Stromerzeugung Schwächen zeigt, Atomkraftwerken fehlt Kühlwasser, die Leistung von Stromturbinen an Flüssen und Stauseen ist beeinträchtigt und und und. Mitunter bekommt man bei den Nachrichten, gerade auch bei denen von der Börse, den Eindruck, jetzt kommt so gut wie alles zusammen, was unsere global ausgerichtete moderne Wohlstandsgesellschaft zum Zusammenbruch führt. Bei all dem dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass die wichtigste Eigenschaft des Menschen seine Anpassungsbereitschaft ist. Hierzu braucht er aber Freiheitsräume, daher bin ich mir sicher, dass das der Vorteil offener Gesellschaften ist. Das schließt Fehler nicht aus, aber zentral gelenkte Gesellschaften haben das Risiko, dass ein falscher Weg, den alle gehen, mehr Schaden anrichtet, als wenn es unterschiedlich beschrittene Wege zur Lösung eines Problems gibt. In Sachen Covid wird sich das in der Systemkonkurrenz zwischen Null-Covid-Ländern wie China und anderen Umgangsweisen in anderen Ländern zeigen, wenn auch vermutlich nicht kurzfristig. Aber, in the long run, the fittest …

Pizzas aus dem Automaten

Heute gibt`s einen Testbericht über einen Pizzaautomaten. Im Südwesten Frankreichs gibt es einen Pizzabäcker, der auch schon mal den 2. Platz bei den Pizzabäckerwettstreits auf nationaler Ebene gemacht hat, der es gewagt hat, Automatisierung und Digitalisierung zusammen zu bringen, und das beim Backen von Pizzas. Und es funktioniert tatsächlich, eine begrenzte Auswahl zwar, aber das, was die Automaten ausspucken, muss sich nicht vor den Restaurantpizzas, die er produziert, verstecken. Erstaunlich, dass der Bestellvorgang an dem Automaten innerhalb von drei Minuten eine heiße Pizza fertig im Karton ausliefert, man muss nur noch den Deckel schließen und schon kann man sie mitnehmen und zu Hause genießen. Solche Automaten könnten die Lebensqualität auf unseren Dörfern erheblich steigern. Vielleicht wagt sich ja mal einer unserer Landwirte, die bisher schon sich auf das Gebiet der Automatenangeboten hervorgewagt haben, auch daran. Innovation für den Norden!

Foto: H. Kalinowsky

Ein Sommer der Festivals

Unfassbar, wieviele Festivals es in Frankreich im Sommer gibt. Hier im Südwesten haben sie, fast egal welches Thema sie aufgreifen, fast immer die gleiche Struktur. In einem überschaubaren Ort, häufig eine alte Bastide, findet im Ortskern ein Dauermarkt statt sowie freie Darbietungen. In gesonderten Räumen oder Zelten finden dann die hochklassigen und z.T. auch hochpreisigen Veranstaltungen statt, so zuletzt für fast vierzehn Tag das Jazz-Festival in Marciac, oder gerade für ein Wochenende ein Marionettenfestival in Mirpoix. Dagegen ist das Kulturangebot bei uns im Norden im Sommer wohl noch entwicklungsfähig, obwohl auch hier sich etwas tut und, was sich wohl von Frankreich unterscheidet, häufig auch noch im September entfaltet, so wie in Tostedt unsere Töster Kulturtage 2022.

Bei meinem Besuch in Marciac traf ich den Cartoonisten der Gascogne und der französischen Lebensart, Perry Taylor, in seinem Verkaufsatelier an. Ich erstand sein neuestes Werk über die „Plaisirs Simples“ und bat ihn eigentlich nur um ein Autogramm, daraus machte er allerdings gleich ein Autograph. Und ohne mich zu fragen, skizzierte er einen Boulespieler und sein Markentier. Es macht viel Spaß, Perry Taylors Blick auf das Leben zu betrachten.

Sumi-e, erste Schritte

Die Einführung in die sinojapanische Tuschkunst sumi-e ist zwar kognitiv nachvollziehbar, ist aber von den erforderlichen skills her nicht zu unterschätzen. Dabei lasse ich diesen ganzen Zen-Hokuspokus mit Verbindung zum Universum mal außen vor.

Wer sich dafür interessiert, wie ein blutiger Anfänger mit Pinsel und Tinte zurecht kommt, darf sich gerne hier meine ersten Gehversuche anschauen.

Inspirationen

Seit zwei Tagen bin ich in meinem Retreat im Vorland der Pyrenäen. Die Hitzewelle ist vorbei und heute ist es eher trüb, aber immer noch warm. Seit zwei Tagen mühe ich mich mit dem Poolwasser ab und lerne, was eine Sandpumpe alles leisten kann. Aber die vor mir liegende Zeit soll vor allem der Inspiration dienen. Da ich am 16. September ein weiteres Haiku-Seminar anbieten werde, möchte ich hierfür weitere Quellen und Workshop-Ideen entwickeln. Übers Internet buche ich Kurse in Sumi-e, im japanischen Tuschezeichnen. Dank Amazon ist die Grundausrüstung rechtzeitig vor der Abreise eingetroffen. Mal schauen, ob es hier demnächst meine ersten Versuche zu sehen gibt. In den letzten zwei Monaten habe ich fünf Bücher über japanische Haikumeister gelesen, daraus ergaben sich zahlreiche Inspirationen für eigene Haiku und eben auch für Haibun, diese spezielle Mischung aus Prosa und Lyrik. Mal schauen, wie weit mich die Haibun-Gattung noch führt.

Auf dem Bild seht ihr ein kleines Inspirationsensemble aus meinem Arbeitszimmer. Seit kurzem bin ich Besitzer eines alten japanischen Yatate, eines Schreibsets, das es in dieser Form schon seit dem Mittelalter gegeben haben soll, laut Wikipedia. Mein Exemplar besteht aus einem Metallstab, der den Pinsel aufnehmen kann, und an dessen einem Ende ein Behälter mit Klappe zur Aufbewahrung der Tusche angefügt ist, laut Wikipedia: 墨壷, sumi tsubo). Ein geeigneter Stoff dient zur Aufnahme der Tusche und wird in das Behältnis gestopft. Bashô soll so etwas auf seinen Reisen mit sich geführt haben.

documenta xv

Bei wunderbarem documenta-Wetter, also schön, aber nicht zu warm, leichter Wind, besuchte ich mit meiner Familie im Rahmen eines Wochenendtrips die documenta xv. Es hat sich gelohnt, unter dem Gesichtspunkt der familiären Verbundenheit. Aber wo war Kunst? Diese Frage bewegte mich oft. Mitunter sprach mich das eine oder andere an. Vieles aber war zu sehr auf politische Botschaft orientiert oder sollte eher in einem Ethnologiemuseum ausgestellt sein. Eine Botschaft durchzog allerdings viele Ausstellungsräume und Exponate: ein romantisch ausgelegter Kollektivismus. Irgendwie sehr zeitgeistig, wo wir alle spüren, dass es für die Lösung vieler Probleme der gemeinsamen Anstrengung bedarf. Aber muss es dafür das Kollektiv sein? Als Liberaler gehe ich von einem produktiven Spagat von Individualismus und Gemeinschaft aus. Kollektivismus als Selbstzweck begegne ich skeptisch. Aber vielleicht ist es ja die dialektische Wirkung einer dem Urbanismus mit seiner Anonymisierung innewohnenden Sehnsucht nach einem Gesehenwerden im Kollektiv.

Als langjähriger Dozent erschien mir die fast überall aufscheinende mind-map-Methodenart etwas zu dominant. Da kam für mich der Gedanke auf, ist das notwendige Erläuterung oder Kunst und kann das nicht eigentlich weg? Für das Erleben einer global entfalteten zeitgeistigen modernen Kunst hat sich der Besuch gelohnt. Allerdings habe ich mich auf die Angebote rund um die Fulda Aue konzentrieren müssen, denn so viel Zeit hatte ich auch nicht mitgebracht.

50 Jahre Samtgemeinde

Über 50 zu Ehrende kamen am Montag, den 4. Juli im Hotel Wiechern auf Einladung der Samtgemeinde zusammen, um zum einen 50 Jahre der zweitgrößten Samtgemeinde der Welt zu feiern und sich zum anderen ehren oder verabschieden zu lassen nach langjähriger Ratsarbeit. Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam hielt einen unterhaltsamen und informativen Vortrag über die Entstehung der Samtgemeinde Tostedt. Nach einem kleinen Imbiss konnten wir dann gestärkt die vielen Ehrungen und Abschiede miterleben, darunter war auch unser Parteifreund Klaus Cordes, der nicht mehr im Dohrener Rat tätig ist. Ob er noch einmal für den Rat kandidieren wird, ließ er offen.

Unterstützt vom Dohrener Bürgermeister Rolf Aldag (links) erhält Klaus Cordes von Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam sein Abschiedsgeschenk für die Dienste im Dohrener Rat. Foto: H.Kalinowsky

Eine gelungene Premiere

Mein Einsatz für die Implementation der Fête de la Musique am 21. Juni in Tostedt hat sich gelohnt. Zwar konnte ich selbst an dem Musikfest nicht teilnehmen, aber was mir an Rückmeldungen nach meiner Rückkehr nach Tostedt gegeben wurde, übertrifft alle meine Erwartungen. Egal aus welchem politischen Lager, egal ob Mann oder Frau, egal ob einfacher Bürger oder Geschäftsmensch aus Tostedt, sie alle zeigten sich begeistert von der Fête de la Musique im Himmelsweg und Am Sande. Es hat offenbar das Konzept gestimmt und das Wetter hat das Seinige dazu beigetragen, dass sich die Besucherinnen und Besucher wohlgefühlt haben und sich begeistert über die Möglichkeit des musikalischen Flanierens zeigten.

Als Impulsgeber und leitender Organisator dieser Veranstaltung, die nunmehr den besten Start für die Schaffung einer neuen Festtradition in Tostedt erlebt hat, danke ich allen, die dazu beigetragen haben. Zuvorderst meinem Vorstand von TösterKultur e.V., dann den beiden Projektleitern Musik aus unserem Verein, Rainer Heinsohn und Kai Schöneweiß, gleichfalls der Projektleitung für den Freundeskreis Morlaàs Sabine und Claudia Behrens und allen Aktiven aus dem Freundeskreis. Ich danke von ganzem Herzen allen beteiligten Musikerinnen und Musikern und hoffe, es hat auch ihnen soviel Spaß gemacht wie den Besucherscharen. Der Dank geht auch an die Aktiven aus dem Töster Kreis, hier an vorderer Front Ingo Gottschalk, dem Eine-Welt-Laden, er gilt der Unterstützung durch die evangelische Kirchengemeinde und dem Heimatverein und der logistischen Unterstützung durch die Sparkasse Harburg-Buxtehude und von Bäcker Weiss. Vorneweg ist aber der Gemeinde Tostedt und den Fachabteilungen zu danken, die dieses Fest proaktiv unterstützt haben und dem Rat, der sich dazu durchgerungen hatte, dieses Fest finanziell zu unterstützen. Ich danke sowohl Nadja Weippert als auch Dr. Peter Dörsam für ihre Begrüßungsworte. Last but not least geht mein Dank an die DLRG und an alle Helfer sowie Kuchen- und anderen Spendern sowie an alle, die ich hier vergessen haben sollte. Ohne diese breite Unterstützung ist ein solches Musikfest für die Bürgerschaft in Tostedt nicht umsetzbar. Danke, dass Ihr meinem Traum für Tostedt zur Realität verholfen habt! In meinem Hinterkopf beginnen schon die Planungen für den nächsten 21. Juni!

Endspurt für die Fête de la Musique

In weniger als vier Wochen wird in Tostedt zum ersten Mal eine Fête de la Musique in der Tradition Frankreichs organisiert. Solch eine Fête hat mehrere Aspekte. Sie wird immer zur Sonnenwendfeier am 21. Juni gefeiert, dient dazu, die Freude an der Musik zu leben und deshalb werden alle Künstler ohne Gage an öffentlichen Orten und Plätze ihre Künste darbieten, aber auch jeder Musizierende soll an diesem Tag in seinem Umfeld mit seinem musikalischen Können, sei es als Anfänger oder Profi, die Freude an der Musik erlebbar für andere ausleben.

In Tostedt findet die Musik an zwei Orten öffentlich organisiert statt, zum einen am Himmelsweg, zum anderen Am Sande. Die Flyer sind da und werden verteilt. Helfer werden noch dringend gesucht. Wer Lust hat, an diesem Tag zu helfen, wende sich an harry.kalinowsky@toesterkultur.de

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